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internetoper - Der Blog

Was um aller Manon willen ist eine Internetoper…

Ist schon wieder einmal der Weg das Ziel? Ja, aber mit mehr Berechtigung vielleicht als üblich. Es geht um nicht mehr und um nicht weniger als um eine „neue“ Erfindung der Oper. Internetoper? Was ist das? Also erst abwägen, was es nicht ist: keine bloße Opernverfilmung, keine Vorlage für Public Viewing, kein Kompositionsexperiment, nach dem Motto „die einen da, die anderen dort“, und das Netz, das Experiment, die neuen Medien fügen alles zusammen. Was ist es dann? Es ist eine Sache ohne Komma und Strich dazwischen, tatsächlich die ideale Verbindung von „Zwischennetz“  (= internet) und „Werk“ (=Oper). Es ist eine Aufmunterung und Herausforderung an jede und jeden von uns. Eine Gratwanderung. Eine Trennung und eine Vereinigung gleichzeitig. Wie geht das? Sei live dabei! Oper selbst gestalten! Mach mit! Keine Angst: eine Geschichte ist vorgegeben, eine, die sich verwandelt, die man verändern kann. Manon liebt Armand (in der italienischen Oper Renato) und kann doch nicht von einem Leben in Luxus lassen. Und die Komponisten Puccini und Henze steuern Musik bei. Alles andere? Das soll, wird, am Ende „muss“ man gehört und gesehen haben. Es ist ihre, deine, unsere, eure Musik -  Töne und Bilder im Kopf. Geht jedem so: Die eigene Phantasie galoppiert ständig triumphierend von Wort und Ton weg und zaubert sich den eigenen Film im Kopf zurecht. Hat sich Manon schon gemeldet? Ja, aus dem Netz, ins Netz, zum Netz. Soviel steht fest: Manon hat die Oper erst einmal verlassen. Sie geht in andere Räume, Objekt für Bild-Schirme, Kamera-Augen, Gedanken-Spiele: Fluchten, Schutzzonen, Zwischenräume. Ihre Koffer, ihr Gepäck, ihre schillernden „Leben“ in neu zu ordnenden faszinierenden Bruch-Stücken sind geblieben: als Puzzleteile und Mosaiksteine aufzulesen, wundersame Fundstücke, die es neu zu ordnen, zu erleben, zu be-spielen gilt. Puccini und Henze ist es nichts anders gegangen. Manon wird von ihnen auf den Bahnhof und in die Wüste geschickt. Sie kommt auf uns zu, offen und direkt, bietet sich und ihre Berufung, ihr wissendes Gefühl, dass man sie nicht festhalten kann, jedem Betrachter neu an. Sie singt, also sagt und fühlt  es triumphierend aus sich heraus: „Ich heiße Manon“. Wolfgang Willaschek

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